Archiv Juli / August 2010
 

14.08.2010 | Schlag ins Gesicht der Schiedsrichter (Quelle: handball-server.de)

Vergangene Woche hatten die Schiedsrichter zur Vereinsschulung eingeladen. Lediglich 12 Vereine oder 16 Personen waren am Mittwoch in Freiburg erschienen. Franz Stehle, Schiedsrichterwart des Landesverbandes Südbaden begrüßte die anwesenden Vertreter der Vereine mit viel Lob, verteilte aber auch ein paar Seitenhiebe gegen diejenigen Vereine, welche nicht erschienen waren. Auf einer Werbetafel neben ihm stand dabei fast unbemerkt die richtige Formel: „Du liebst Handball und checkst das Spiel?“


Dirk Baustert hatte viel zu berichten


Franz Stehle zeigte sich enttäuscht, er hatte mehr Teilnehmer erwartet. „Die Vereine sollen wissen was wir Schiedsrichter pfeifen“, erzählte er lautstark in vorderster Front. Die Antwort kam in der hintersten Reihe fast nicht hörbar: „Die pfeifen doch was sie wollen.“ Damit waren wohl die Fronten abgesteckt und auch die Anzahl der abwesenden Vereine zumindest teilweise erklärt. Dabei zeigte Schiedsrichterlehrwart Dirk Baustert, der nach der Begrüßung von Stehle die Schulung leitete, bereits zu Beginn eine gewisse Offenheit. „Ob sinnvoll oder nicht :-)“, stand auf der ersten Powerpoint Seite und auch bei seiner Wortwahl zeigte er sich kritisch gegenüber dem was kommen wird.

Zunächst ging er auf die Regel 4 ein und betonte, dass alle Torhüter einer Mannschaft, farblich identische Trikots tragen müssen, die sich von den anderen Trikots der Feldspieler, aber auch der gegnerischen Torhüter unterscheiden müssen. Eine diesbezügliche Absprache der Vereine scheint daher sinnvoll. Nebenbei bemerkt, hatten hier die anwesenden Vereinsvertreter schon einen kleinen Vorteil für sich zu verbuchen. Auch das Bauchnummern auf den Trikots zulässig sind, ist aus der Regel 4:8 nicht einfach zu entnehmen, die Größe der Nummern aber schon. Angemerkt wurde auch, dass keine „0“ vor die Zahlen 1-99 gesetzt werden kann. Erfreulich für einige Jugendspieler wird sein, dass man das Trikot nicht in die Hose stecken muss. In diesem Bezug werden die Schiedsrichter benachteiligt, ihre Oberbekleidung muss in der Hose enden.
Das es sich bei den DHB-Regeln um internationale Regeln handelt, zeigt sich darin, dass auch Kopftücher während des Spiels getragen werden dürfen. Diese müssen jedoch, ebenfalls wie Stirnbänder, aus elastischem Material sein. Kapitänsbinden sind nicht vorgeschrieben, können aber verwendet werden.

Die Regel 5 „Der Torwart“ folgte. Jürgen Brandstaeter, selbst ehemaliger Torhüter streute seine Kommentare in süffisanter Art und Weise in die Diskussion ein. Die Frage: „Wieso stellt man die Torhüter schlechter als die restlichen Spieler“ wurde von Dirk Baustert und den weiteren anwesenden Schiedsrichtern mit Nachdruck beantwortet. Es geht darum, hässliche Fouls und damit auch Verletzungen zu verhindern. Dabei wurde klar gestellt, dass der Torwart nicht vor einem Tempogegenstoß laufenden Spieler flüchten muss, er aber besser die Situation einschätzen kann, als der nach hinten schauende Spieler und damit verantwortlich ist, dass es nicht zum Kontakt kommt. Hat der Spieler den Ball unter Kontrolle und hat bereits 2-3 Schritte gemacht, wird der dem Torhüter wieder gleich gestellt. Kommt es zu einer Zusammenprall zwischen Torwart und Spieler vor der kontrollierten Ballführung, folgt die Rote Karte. Ergo, es ist bei diesem Szenario kein Stürmerfoul mehr möglich. Hat der Spieler den Ball jedoch bereits gefangen und versucht nach 2-3 Schritten bewusst einen Zusammenstoß mit dem Torhüter zu provozieren, dann würde ein zumindest ein Stürmerfoul gepfiffen, wobei man sich aber auch Fragen muss, ob hier nicht eine Unsportlichkeit vorliegt.
Der Tempogegenstoß ohne den langen Ball wird von dieser Regel nicht erfasst. Eine Variante sollte hierbei aber auch nicht unbeachtet bleiben. Übernimmt ein Spieler/in die Rolle des Torhüters und zieht ein Leibchen an, wird er so behandelt, wie es in seiner neuen Funktion vorgeschrieben ist. Damit kommt er der Roten Karte schon etwas näher als seine weiteren Mitspieler.

Im Programm folgte die Regel 6 „Der Torraum“. Das bloße berühren der Kreislinie durch einen Abwehrspieler führt nicht unbedingt zur Abwehr im Kreis. Die Schiedsrichter haben sich auf ein deutliches Eintreten in den Kreis geeinigt. Hierbei sind die Kriterien „Weg zum Tatort“, „Vorteil verschaffen“ und „Zu spät kommen“ eine wichtige Bedeutung erhalten. Die Position vor der 1:1-Situation wird zukünftig mehr beurteilt, damit soll die Flut der 7m-Strafwürfe eingedämmt werden. Wie schon zuvor zeigte sich auch hier Dirk Baustert sich nicht weltfremd: „Hier wird es von Gespann zu Gespann unterschiedliche Auslegungen geben“.

Die Regel 7 „Passives Spiel“ wurde zu diesem Zeitpunkt nur kurz angerissen. Durch die Vereinsbewertung der Schiedsrichter hat man auf bestimmte Gespanne einwirken können. Das Lot pendelt sich nun offensichtlich mehr zur Mitte ein, da die auffälligen Schiedsrichter herausgefiltert und angesprochen werden konnten.

Weit aus mehr zeitlichen Platz nahm die Regel 8 und insbesondere der Bereich „Sperren“ ein. Damit wurde vor allem der/die Kreisspieler/in ins Visier genommen. Ellenbogeneinsatz, sperren mit Armen, Händen und Beinen, sowie wegdrängen und wegstoßen sind nicht erlaubt. Lediglich mit dem Rumpfbereich darf gesperrt werden. Insbesondere der weite Ausfallschritt zum versperren der Laufrichtung des generischen Spielers wird bestraft werden. Franz Stehle und Dirk Baustert demonstrierten eindeutig die erlaubten und nicht erlaubten Möglichkeiten in Rollenspielen. Jürgen Brandstaeter beurteilte hierzu die Regelauslegung als schwierig. Dies bestätigten ihm die anwesenden Schiedsrichter und wiesen erneut auf die unterschiedlichen Gespanne hin. Doch sei man nach dieser Schulung so weit, dass man eigentlich ruhig sein müsste, wenn eine falsche Sperre geahndet wird. Die Folge daraus wird sein, dass sich die Kreisläufer umgewöhnen müssen, die spritzigen und cleveren Kreisläufer sich aber Vorteile erarbeiten können.“Wir haben unseren Leuten mitgegeben nicht hart zu bestrafen“, sagte Baustert im Nachsatz.

Handballbundestrainer Heiner Brand dürfte sich nicht über die Ausführungen der Regel 8:8a freuen. Wer zukünftig als Spieler, Trainer oder Offizieller nach Schiedsrichterentscheidungen lautstark protestiert und intensiv gestikuliert kann ohne Verwarnung mit einer Zeitstrafe bestraft werden. Das die persönlichen Empfindungen hierzu einer großen Spannweite unterliegen ist den Herren mit der Pfeife bekannt. Doch wer mit ausgestreckten Armen und ein paar lauten Worten mit einer Zweiminutenstrafe belegt wird, braucht sich demnächst nicht wundern. Wie links zu sehen ist, kann auch Franz Stehle seinen Pfiffen eindringlich Nachdruck verleihen. Doch ein schräger Blick wird wohl nicht zur Zeitstrafe führen.

Bei der Roten mit oder ohne, handelt es sich nicht um die Bockwurst mit oder ohne Senf. Aber indirekt geht es doch um die Wurst und wer die Rote Karte erhält hat sprichwörtlich den Senf. Bei den Regeln handelt es sich um die Punkte 8:5 und 8:6 oder besser gesagt um die Disqualifikation und die Disqualifikation mit Bericht. Während der Punkt 8:5 die Vergehen auflistet, die zu einer Disqualifikation führen, beschreibt der Punkt 8:6 die Verschärfungen die zusätzlich zu einem Bericht und einer sofortigen 14-tägigen Sperre führen. Durch den Staffelleiter kann diese Sperre im besonderen Fall ausgeweitet werden. Erfolgt die Rote Karte ohne Bericht, handelt es sich lediglich um eine Matchstrafe. Der Ausschluss wurde ersatzlos gestrichen.
Der Kommentar in den DHB Regeln beschreibt, dass auch Vergehen mit geringem Körperkontakt sehr gefährlich sein können und zu schweren Verletzungen führen können. Wenn der Spieler sich im Sprung oder im Lauf befindet kann schon ein leichter Kontakt zur Gefährdung des Spielers führen. Besonders wurde hier auch das Verhalten des Torhüters genannt, welches wir bereits im oberen Bereich niedergeschrieben haben.
Eine sofortige 14-tägige Sperre zieht jedes rücksichtsloses, gefährliche, vorsätzliche und arglistige Vergehen nach sich. Bestraft der Staffelleiter nicht mit einer höheren zeitlichen Strafe kann der/die Spieler/in nach zwei Wochen wieder eingesetzt werden. Wird die Sperre an einem Samstag ausgesprochen fällt der darauf folgende Samstag in die Sperre. Am weiteren folgenden Samstag ist die Sperre bereits abgelaufen. Spielt die Mannschaft jedoch am Freitag, dauert die Sperre noch an. Wer also öfters eine Spielpause eingelegt hat, der kann demnach eventuell glücklich sein.

In den Mittelpunkt des Geschehens rücken bei der Disqualifikation mit Bericht die Schiedsrichter mehr als ihnen selbst lieb ist. Wird eine Rote Karte gezeigt, die einen Bericht nach sich zieht, müssen die Schiedsrichter dies beiden Trainern, dem Sekretär und dem Zeitnehmer mitteilen. Bedenkt man, dass eine Rote Karte schon Emotionen frei setzen, schickt man die Schiedsrichter noch in die Höhle des Löwen um die Strafe noch in aller Klarheit auszudrücken. Schiedsrichteroberhaupt Manfred Prause sagt hierzu, dass eine Rote Karte mit angesagtem Bericht nicht mehr zurück genommen werden kann, auch wenn das Spiel einen anderen Spielverlauf genommen hat. Ein Rückzieher in der Kabine wäre damit nicht mehr möglich. Aber auch eine Beeinflussung nach oder während dem Spiel durch andere Personen ist damit nicht mehr möglich, die Tatsachenentscheidung steht fest.

Als Fazit bei den Roten Karten bleibt, dass die Regeln den Spielern mehr Eigenverantwortung auferlegt haben. Wer sich entscheidet einen Gegner so anzugehen, dass dieser verletzt  wird, der wird mit den Folgen rechnen müssen. Wer bei einen 7m die Verantwortung übernimmt, bei einem Schuss im Kopfbereich des Torhüter auch denselbigen am Kopf zu treffen, muss mit der Roten Karte rechnen. Ebenso muss der Torhüter entscheiden, ob er den langen Ball ohne Körperkontakt mit dem gegnerischen Spieler erreichen kann oder nicht. Wenn als Folge einer Regelwidrigkeit ein Schiedsrichter pfeift, dann ist demnach nicht der Schiedsrichter schuld. Lediglich bei der Regelauslegung könnte Kritik angebracht sein, aber um Missverständnisse nicht aufkommen zu lassen, haben die Schiedsrichter die Vereine eingeladen.

Zur späten Stunde und als letzten Programmpunkt ging Baustert nochmals auf das passive Spiel ein. Grundgedanke hierbei sei es, das Spiel am Laufen zu halten. Ständige Regelwidrigkeiten „zumachen“ wird nicht mehr als passives Spiel gewertet. Wir der Angriffsfluss durch ständige Regelwidrigkeiten unterbunden, kann dies kein passives Spiel der Angreifer sein. Bei angezeigtem passiven Spiel muss die angreifende Mannschaft den Drang zum Tor zeigen. Es ist dem Spiel nicht förderlich, wenn man nach angezeigtem passiven Spiels sich in 1:1 Situationen aufreibt.

Nach mehr als 2 Stunden wurde eine sehr informative Veranstaltung beendet. Die Schiedsrichter zeigten sich gut vorbereitet und beantworteten alle Fragen. Alleine die Tatsache, dass die Teilnehmer viel aufgeschrieben haben bestätigte, dass Defizite vorhanden waren. Das Regelbuch des DHB hat 100 Seiten. Es wurden an diesem Abend die Neuerungen bzw. Änderungen angesprochen. Das es letztendlich um den Handballsport geht, bestätigte das Verständnis beider Seiten füreinander. Übrigens haben wir die neuste Ausgabe der DHB-Regeln an diesem Abend erstanden. Vielleicht halten wir diese dem ein oder anderen Zuschauer, Spieler, Funktionär oder auch Schiedsrichter mal unter die Nase. Vielleicht entsteht daraus auch eine nette Geschichte, die sie bei Handball-Server lesen können.

Die Akzeptanz an diesem Abend war ein Schlag ins Gesicht der Schiedsrichter. Die Wirkung wird man aber wohl auf der Gegenseite bemerken. "Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!"

 

06.08.2010 | Quelle: handball-world.com

"Torwart aus dem Tor": Neue Regelanweisung

 


Foto: Christian Ciemalla
Die Spielzeit 2010/11 steht vor der Tür, während Spieler und Trainer derzeit an der möglichst perfekten Form für den Rundenauftakt arbeiten, steht auch bei den Schiedsrichtern die neue Runde im Mittelpunkt. Wenn der erste Anpfiff ertönt, dann werden einige Regeländerungen das Spiel teilweise massiv beeinflussen, viel Arbeit also für Referees und Spieler sowie Trainer, aber auch die Zuschauer, um auf dem neuesten Stand zu kommen. Insbesondere die Regeländerung bezüglich des Abwehrverhaltens des Torwarts gegen konternde Angreifer hatte und hat für Gesprächsstoff gesorgt. Und hier gibt es nun eine neue Anweisung.

Wenn das bereits anspruchsvolle und komplexe Regelwerk des Handballs verändert wird, ist Kritik und manches Mal gar ein Untergangsszenario meist nicht weit. Auch 2010, im Zuge der jüngsten Regelreformen, regte sich schnell lautstarke Kritik. Was letzten Endes aus den Regeländerungen, die in diesem Falle vom Weltverband IHF kommen und im Bereich des DHB umgesetzt werden müssen, in der Praxis wird, das entscheiden vor allem die deutschen Regelpäpste, die mittels Auslegungen und Anweisungen an ihre Schiedsrichter die Regel für die Praxis mit Leben füllen.

Gerade die „Torwart-aus-dem-Tor-Regel“ sorgt dabei für Diskussionsstoff, DHB-Schiedsrichter-Wart Hans Thomas hat nun mit einer Klarstellung eingegriffen. „Im Gegensatz zu unserer bisherigen Meinung, dass es beim Zusammenstoß zwischen Gegenstoßspieler und völlig still stehendem Torwart zu einem Stürmerfoul (früher hieß das mal "auflaufen lassen" ) kommt, spricht das Regelwerk auch in diesem Fall von einer direkten Disqualifikation gegen den Torwart (gleiche logische Begründung: nur der TW kann den gefährlichen Zusammenprall ursächlich verhindern)“, schrieb Thomas in der Anweisung, die über den Dachverband ihren Weg zu den Landesverbänden, Schiedsrichtern und Spielern finden soll.

„Wenn der Torwart bei einem gegnerischen Gegenstoß seinen Torraum verlässt und es zu einem Zusammenstoß mit dem Gegner kommt, ist der Torwart immer der verantwortliche "Übeltäter", egal ob er sich nach vorne bewegt oder still steht, und somit mit Disqualifikation zu bestrafen. Stürmerfoul ist in diesem besonderen Fall gemäß Regel 8.5 Kommentar nichtmöglich. Andere Vergehen wie Klammern des Gegenstoßspielers durch den TW im Vorbeilaufen fallen wie auch bisher schon nicht darunter, das sind progressive Vergehen“, so Thomas weiter.

Die Anweisung manifestiert, was viele Beobachter bereits seit langem debattiert haben: Das „Mitspielen“ des Keepers ist in Zukunft ein kaum noch zu kalkulierendes Risiko, der Torwart nicht mehr, wie vorher, ein ganz normaler Feldspieler, wenn er seinen Torraum verlässt. Die bislang geltende Gleichbehandlung aller Spieler auf dem Feld damit aufgehoben.

Gegenüber handball-world.com erläuterte Hans Thomas den Hintergrund der Anweisung: „Zunächst einmal muss man die Intention zur Auslegung heranziehen. Es soll damit diese gefährliche Situation (Zusammenprall) möglichst vermieden werden. Dazu sind diese Sanktionen vor allem im Interesse der Gesundheit der Spieler erarbeitet worden.“ Schließlich könne nur der Torwart „diese gefährliche Kontaktsituation überblicken.“ Dementsprechend, folgert Thomas, sei der Keeper auch in einer besonderen Verantwortung: „Ich zitiere aus dem Handballschiedsrichter 2/10 Seite 8: "Ab jetzt trägt der Torwart die alleinige Verantwortung dafür, dass beim Abfangen von Gegenstoßpässen keine gesundheitsgefährdende Situation entsteht. Andernfalls ist er zu disqualifizieren."

Allerdings, schränkt Thomas ein, gäb es es durchaus Ausnahmen von der Disqualifikation der Torleute: „Wenn der Gegenstoßspieler allerdings offenbar bewusst (also für den Schiedsrichter klar erkennbar) in den Torwart hineinrennt, einen Zusammenstoß von sich aus hervorruft, dann gelten die bekannten anderen Regeln sowie Progression für den Angreifer und Freiwurf für den Torwart wegen Unsportlichkeit. Daran hat sich auch gar nichts geändert, das war auch bisher so. Ich meine, dass man so etwas doch deutlich erkennen und unterscheiden kann und wird.“

Es wird in Zukunft sicherlich nicht einfacher für die Männer an der Pfeife, die derartige Situationen in Sekundenbruchteilen erkennen und entscheiden müssen. Wie sich die Regeländerung in der Praxis entwickeln wird, bleibt abzuwarten, aus der Praxis hört man allerdings bereits einigen Unmut über die großen Interpretationsräume und die Unsicherheit auf Seiten der Keeper und Spieler. „In Zukunft werden meine Torwarte nicht mehr den Torraum verlassen, alles andere ist uns zu unsicher“, sagte ein Bundesligatrainer gegenüber handball-world.com. Auch Hans Thomas will erst einmal die Eindrücke aus den ersten Spielen abwarten: „Warten wir doch mal die Praxis ab. In Deutschland wird zuviel hineininterpretiert und theoretisiert.“

 

02.08.2010 | IHF Regelfragenkatalog

Die IHF gibt bekannt, dass der IHF-Regelfragenkatalog fertiggestellt und von der IHF-Website downloadbar ist, sodass nach Ablauf aller Lehrgänge der "provisorische" DHB-Regelfragenkatalog entfallen wird.

Das ist der entsprechende Link dazu. http://www.ihf.info/TechnicalCorner/Referees/RulesandExpertsCorner/RulesQuestions/tabid/1283/Default.aspx
Das derzeitige Titelbild zum Regelfragenkatalog wird demnächst nochmal verändert, die entsprechenden Fotos wurden letzte Woche in Korea gemacht. Die Änderungen sind in rot im Katalog kenntlich gemacht. Wenn ihr zu den Regelfragen Klärungsbedarf habt, sendet sie unter dem nachfolgenden Link direkt an die IHF-Regelkommission:
http://www.ihf.info/TechnicalCorner/Referees/RulesandExpertsCorner/AskExperts/tabid/126/Default.aspx

 

26.07.2010 | BWOL Schiedsrichter starten gut gerüstet in die neue Saison

hinten von links: Marcel Kiyici, Kevin Steinbach, Rolf Schmieder, Michael Moebert, Benjamin Discher, Tobias Biehler, Sören Leser, Heinrich Burger

vorne von links: Achim Dumkow, Roland Brodbeck, Johannes Gresbach, Andreas Hilberer, Tobias Huschle, Thomas Kimmig

Am vergangenen Wochenende absolvierte der Schiedsrichterkader von Handball Baden–Württemberg seinen zweitägigen Lehrgang in der Sportschule Ruit bei Stuttgart ! Angereist waren 26 Teams des Stammkaders sowie drei Teams des BWOL- Förderkaders aus den drei LV Baden, Württemberg und Südbaden.

Schiedsrichterwart Uwe Sautter begrüßte am Samstag Vormittag um 8.30 Uhr die Teilnehmer und stellte den anwesenden Lehrstab vor.
Beobachterchef : Heinrich Burger
Lehrwart : Ralf Sabitzer
Schiedsrichterwart Baden: Uli Schuler
Schiedsrichterwart Südbaden : Franz Stehle

Anschließend folgte der 2400 m Lauftest im Stadion,welcher von allen bestanden wurde! Im Anschluss daran stießen die Beobachter hinzu und Heinrich Burger referierte am Beispiel eines Videos über die Anfangsphase eines Spieles und deren Wichtigkeit und Brisanz!

Nach dem Mittagessen folgte der Themenschwerpunkt des Lehrganges „ Neue Regeln ab 01.07.2010 „ durch den neu gewählten Lehrwart Ralf Sabitzer. Vor allem die zukünftige Anwendung der Regel 8:5 – 8:10, Disqualifikation ohne und mit Bericht, sorgte für reichlichen Diskussionsstoff! In einem Videotest mussten die Gespanne im weiteren Verlauf 10 Szenen beurteilen und zum Abschluss des Tages folgte die theoretische Überprüfung, der Regeltest.

Der Abend stand traditionell ganz im Zeichen der Kameradschaftspflege, so dass das Thema Regeln und Pfeiferei für einige Stunden etwas in den Hintergrund rücken konnte !

Der zweite Lehrgangstag begann wiederum mit Uwe Sautter, der Anweisungen und Formalismen für die anstehende Saison ausgab. Den letzten größeren offiziellen Tagesordnungspunkt bildete die Präsentation über die Schwerpunkte der Beobachter sowie die Auswertung der Vereins- / Neutralbewertungen mit Hilfe grafischer Darstellungen durch Heinrich Burger. Nachdem sich der Lehrgangssprecher beim Lehrstab für die gelungene Ausführung der Veranstaltung bedankte folgte das Schlusswort durch Uwe Sautter, in dessen Verlauf er den anwesenden Referees ein glückliches Händchen und allseits Gut Pfiff für die neue Spielzeit 2010/2011 wünschte!

Nun ist es bald wieder soweit – Mitte September werden die Unparteiischen wieder mehr oder weniger im Mittelpunkt stehen – gut vorbereitet sind Sie auf jeden Fall!

 

18.07.2010 | Südbadische Schiedsrichter absolvieren Lehrgang in Steinbach

 

11.07.2010 | DHB C- Kader bereitet sich auf die 3. Liga vor

DHB - 3.Liga  Schiedsrichter absolvieren erfolgreich Lehrgang

Die südbadischen DHB-Schiedsrichtergespanne Claudia Burger / Stephanie Ganter, Dirk Baustert / Sebastian Häußer, Thorsten Meike / Stefan Plinz, (alle Bezirk Freiburg/Oberrhein) und Raphael Kusch / Oliver Wöhrle (Bezirk Offenburg/Schwarzwald) absolvierten am vergangenen Wochenende erfolgreich den DHB-Schiedsrichter-Lehrgang der 3. Liga in der Sportschule Stuttgart-Ruit.

Die 3.Liga wird im Zuge der Ligenstrukturreform des Deutschen Handball-Bundes zur Saison 2010/2011 eingeführt. Sie ersetzt die bisherigen fünf Regionalligen im deutschen Handball, die von den jeweils einzelnen Regionalverbänden ausgerichtet wurden.

Das dreitägige Lehrgangsprogramm beinhaltete mehrere Prüfungen und Leistungs-Tests. Im Bereich Fitness mussten die Teilnehmer neben einem Ausdauerlauf von 7km, den DHB-Intervalllauf über 2400m, den Shuttle-Run sowie einen Sprinttest absolvieren.
Zudem wurde in einem schriftlichen Regeltest und einem Videotest umfangreich die Kenntnisse der DHB-Schiedsrichter überprüft.

Schwerpunktthema des Lehrgangs waren natürlich die neuen Regeländerungen im Handball welche zum 01.07.2010 in Kraft getreten sind. In Gruppenarbeit wurden von den Schiedsrichtern mögliche Probleme der neuen Regeln und deren Lösungsmöglichkeiten ausführlich erörtert und bearbeitet.

Mit diesem Lehrgang wurden die Schiedsrichter sehr gut auf die kommende Handballsaison 2010/2011 der 3. Liga vorbereitet welche Anfang September den Spielbetrieb in den vier Staffeln Nord/Ost/West/Süd aufnehmen wird. Hansi Ganter, Mitglied des DHB-Schiedsrichterausschuss (rechts im Bild),  freute sich über das gute Abschneiden der südbadischen Schiedsrichtergespanne bei diesem Lehrgang.

von links hinten: Dirk Baustert, Sebastian Häußer, Stefan Plinz, Oliver Wöhrle
von vorne links: Claudia Burger, Stephanie Ganter, Thorsten Meike, Raphael Kusch
und DHB Ansetzer 3. Liga Frauen Hansi Ganter

 

Der 40 minütige Ausdauerlauf bei großer Hitze
verlangte den Schiedsrichtern alles ab.
Von links: Stefan Plinz und Raphael Kusch.

 

Trotz des harten Lehrgangsprogramms
kam der Spaß nicht zu kurz.
Von links Stephanie Ganter, Dirk Baustert
und Sebastian Häußer

 

 

 

 

05.07.2010 | Infos zur 3. Liga

Die 3. Liga als dem DHB unterstellte Spielklasse wird in vielen Dingen den Rahmenbedingungen der beiden ersten Bundesligen angepasst. Alle Teams werden zum Beispiel in der neuen Saison gut sichtbar auf dem linken Trikotarm das Logo der 3. Liga tragen müssen. Heim- und Gastverein werden in Zukunft nicht mehr das Kampfgericht stellen. Zeitnehmer und Sekretär reisen wie auch die Schiedsrichter von außen an. Das erhöht die Kosten, zumal die Referees in der neuen 3. Liga größere Wegstrecken zurücklegen werden und ab bestimmten Entfernungen sogar Anspruch auf eine Übernachtung haben sollen. Ab der Spielzeit 11/12 soll außerdem ein dritter externer Mann fürs Kampfgericht dazukommen, der den elektronischen Spielbericht führen wird. Ein Spielbericht, für den die Klubs beim DHB technisches Gerät für rund 1800 Euro anschaffen sollen.

Neu ist in der 3. Liga auch der Austausch von Videomaterial. Hier stellten die Verantwortlichen des DHB am Wochenende zwei technische Lösungen vor. Klar ist, dass alle Vereine verpflichtet werden sollen, ihre Heimspiele zu filmen und die Filmaufnahmen bis 48 Stunden nach dem Spiel auf einen Server im Internet zu laden. Zu dieser Plattform sollen dann fünf Personen eines Vereins einen Zugang erhalten. „Sinn macht dies natürlich nur, wenn auch alle Vereine mitmachen“, sagt Eckart Herzog. Sollte ein Verein seine Spiele nicht hochladen, so bekommt er direkt seinen Zugang zum Portal entzogen.

Auch in der Sporthalle werden die Vereine auf das eine oder andere neue Detail achten müssen. Personen für den Wischerdienst in der Halle müssen aus versicherungstechnischen Gründen mindestens 14 Jahre alt sein. Dem Schiedsrichter-Beobachter muss ein fester Platz im Mittelblock reserviert werden. Außerdem müssen Heim- und Gastverein in Zukunft stets einen eigenen Beobachter in der Halle stellen, der nach dem Spiel einen vom DHB vorgegeben Fragebogen ausfüllt. Die Fragebögen gehen den Schiedsrichterwarten zu  und sollen u.a. zur weiteren Schulung der Referees dienen. Neu ist außerdem, dass die Offiziellen beider Teams auf der Bank in Zukunft klar mit dem Buchstaben A, B, C und D gekennzeichnet sein müssen – zur Erleichterung der Arbeit der Schiedsrichter, wenn sie Bankstrafen aussprechen.

In der Sporthalle werden die Vereine zudem in Zukunft einen Raum für mögliche Doping-Kontrollen bereithalten müssen. Für den Ablauf dieser Kontrollen erhielten alle Vereine am Wochenende ein Lehrvideo. Und noch eine klare Anweisung gab es: Das Harzen in Liga 3 ist anders als zuletzt in der Regionalliga erlaubt. Allerdings schreibt der Verband auch hier vor, wie geharzt werden darf: Mobile Harzdepots an Unterarm oder Schweißband sind verboten. Sie dürfen ausdrücklich nur am Schuh durch die Sporthalle getragen werden.

Quelle: come-on.de

04.07.2010 | Tageslehrgang 1 in Müllheim

Der erste Tageslehrgang in Müllheim ist Geschichte. Bei hochsommerlichen Temperaturen lauschten die anwesenden Schiedsrichter den Ausführungen der beiden Dozenten Dirk Bauster (Lehrwart) und Heiner Burger (Gespanns- und Nachwuchskoordinator). Mithilfe von Präsentationen und Videoclips wurden den Schiedsrichtern die "Neuen Regeln" und weitere Auslegungshinweise näher gebracht.

Vor dem Mittagessen stand dann noch der alljährliche Regelkenntnistest auf dem Programm. Dieser Test wurde von allen bis auf zwei Ausnahmen bestanden. Nach der Mittagspause stand der Praxisteil auf dem Programm.

H. Burger demonstrierte anhand einiger "gestellter" Szenen (Herzlichen Dank noch mal an Tristan und Alexander für Ihre aufopferungsvolle TW- Zusammenstoß-Darstellung) die richtige Auslegung der Regeln und es wurde heiß über einige Fälle diskutiert.

Nach der Auswertung und bekanntgabe der Lehrgangsergebnisse wurden die Teilnehmer nach einem guten und disziplinierten Lehrgang in den sommerlichen Sonntag- Nachmittag entlassen.